Jana E. Hentzschel
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16. Mai – Tag des friedlichen Zusammenlebens

Gemeinsam

Bis Mitternacht gräbt Ferdinand
mit sehr geübter Schaufelhand
’nen großen braunen Maulwurfsberg.

Das nervt den kleinen Gartenzwerg;
steht doch der Berg nicht irgendwo,
nicht an der Seite, nicht am Po,
nein, er versperrt ihm voll die Sicht –
die Gärtnerin ... er sieht sie nicht!

Dann endlich ist der Tag vorbei,
im Hellen ist er nicht so frei;
im Schutz jedoch der dunklen Nacht,
sieht keiner, wenn er etwas macht.

Der Morgen kommt mit neuem Licht.
Und als der Maulwurf, dieser Wicht,
den Kopf aus seinem Hügel steckt,
er vor sich gleich das Schild entdeckt.
Die Brille auf, denn die muss sein,
nimmt er den Text in Augenschein:

„Ich weise freundlich darauf hin,
dass ich ein Zwerg, kein Riese bin!“

Der Zwerg verschläft den Vormittag,
dann wacht er auf mit einem Schlag.
Es geht sein Blick geradeaus,
die Gärtnerin stellt Stühle raus –
und neben ihm grinst Ferdinand ...
und grüßt mit seiner Schaufelhand.