Jana E. Hentzschel
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Osterhase unterwegs
Der Höhenlauf
Der Drucker
Mein Wetterwunsch
Aus dem Wald in die Pfanne
Der Tag danach
Der Rollator
Stürmisch
Der kleine Star
Metamorphose
Der Lottoschein
Verständigung

Osterhase unterwegs
 
Der Osterhase grinst vergnüglich,
die Vorbereitung lief vorzüglich;
nun muss er nur die Schokoeier,
den Kindern bringen für die Feier.
 
Die Nacht beginnt, es dämmert leise
und er begibt sich auf die Reise.
Er legt den Süßkram schnell an Bäume,
an Sträucher, Hecken, Lattenzäune.

Was allerdings ’ne große Plage
sind Häuser mit Alarmanlage.
Er flieht mit Schrecken vor dem Grauen,
vergisst dabei sich umzuschauen,
und spürt wie ein paar Autoreifen
laut quietschend seine Blume streifen.
 
Dann ist ein Loch im Gras ganz plötzlich,
er tritt hinein, der Schmerz entsetzlich.
Nun hinkt er leicht und muss ertragen,
wie Wolken kräftig sich entladen.
 
Durchnässt entdeckt er einen Raben,
der wagt sich heimlich an die Gaben:
„Hey, Schnabel weg! Die sind nicht deine!“
„Der Finder kriegt sie – also, meine!“
Und während sie in wildem Streite,
stiehlt eins der Fuchs und sucht das Weite.
 
Der Hase flucht, geht seiner Wege,
da kommt ein Strauch ihm ins Gehege;
die Dornen kratzen tief und bohren
sich schmerzvoll in die langen Ohren.
 
Er bringt jedoch sein Werk zu Ende
und humpelt heim auf sein Gelände.
Dort legt er sich aufs Bette nieder,
entspannt die müden Hasenglieder;
da kommt sein Sekretär ins Zimmer:
„Wie war’s?“ – „Es war, nun ja, wie immer.“