Jana E. Hentzschel
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Ausgetrocknet
Der Tag danach
Ein Sattel unterm Po
Mein Wetterwunsch
Verständigung
Die Rabenkrähe
Gott sei Dank!
Stimmungsaufheller
Die Heinzelmännchen
Chancenverwertung
Frisch gewischt!

Ausgetrocknet
 
Die Sonne scheint seit dreizehn Wochen
und anfangs war das auch sehr schön,
doch wenn die Straßen langsam kochen,
ist Sommer nicht mehr angenehm.
 
Der Schweiß rinnt stets aus allen Poren,
das Herz kämpft müd’ um jeden Schlag,
beim Denken staubt es aus den Ohren,
so manches Hirn vertrocknet arg.
 
Die Meise kann nicht weitersingen,
kann nicht den kleinsten Hüpfer mehr,
geschweige denn die Flügel schwingen;
auch sonst herrscht wenig Flugverkehr.
 
Der Rosenbusch, der raschelnd zittert,
war einst ein großer Schattenplatz.
Jetzt sieh’ ihn an, er ist zerknittert,
hat Schatten nur für einen Spatz.
 
Und auch am Fluss, der rauscht sonst prächtig,
da hat die Sonne gut geleckt,
der Bachforelle dämmert’s mächtig,
dass sie demnächst hier festesteckt.
 
Nervös sind auch die Wetterleute,
gesucht wird fieberhaft ein Tief:
„Es kommt der Regen – nur nicht heute,
wir bleiben aber positiv.“
 
Und plötzlich sehen in den Karten
die Wetterfrösche am PC
ein Wolkenband in Island starten;
bald gibt es Regen – oder Schnee.